Historisches zu Fred Bear

Fred Bear - Der Mann mit dem Borsalino-Hut

 

Es begann im Jahr 1933 in einem kleinen Laden in Detroit mit einer Gesellschaft mit dem Namen "Bear Products Company".
Der Bogensport belegte nur eine kleine Ecke dieses neuen Geschäfts, dessen Hauptarbeit die Werbung für

Autohersteller und anderes war.
Obwohl Fred Bögen für sich und Freunde machte, dauerte es bis 1938, als Fred einen sehr versierten Holzfacharbeiter aus Detroit einstellte.
Nels Grumley erweiterte die Bear Products Company um den Bau von Bögen.
1940 war die Produktline soweit gewachsen, dass Fred beschloss, seinem Partner seinen Teil des Werbegeschäfts zu verkaufen und
seinem Hobby/Geschäft, der Bear Products Company, nachzugehen.
Die Zeiten waren hart, aber Fred war ein sehr guter Geschäftsmann.
Das Geschäft entwickelte sich gut, so dass ein Umzug von Detroit in ein neues Werk, das Fred in Grayling im Jahr 1947 gebaut hatte,
das Geschäft mit dem Bogensport weiter vorantreiben sollte.
Es folgte eine bewegte Zeit voller Innovationen, Höhen und Tiefen.
Fred verkaufte Victor Comptometer die Gesellschaft im Jahr 1968, so dass er das erforderliche Kapital hatte, um die Gesellschaft noch größer zu machen.
Obwohl er nicht länger der Eigentümer war, blieb Fred weiter als Präsident der Bear Archery Company unter Victor.
Die Bear Archery Company gedieh in Grayling bis 1978, als ein Streik im Werk die Eigentümer dazu zwang, die Produktion
nach Gainesville, Florida zu verlagern, wo die Company bis vor kurzem blieb und heute zu dem Sportgerätekonzern "Escalade" aus Evansville/Indiana gehört.
Fred blieb für die Company aktiv, bis er im Jahr 1988 im Alter von 86 Jahren starb.

Nun, da wir etwas über Fred Bear wissen, laßt uns einen Blick auf seine legendären Bögen werfen.:

Die Bögen von Bear Archery


Ohne einen Zweifel hat die Bear Archery Company mehr traditionelle Bögen als alle andere traditionellen Bogenhersteller

zusammen produziert.
In der Tat produzierte die Bear Archery Company in einem Jahr (1975) allein über 360.000 Bögen.!

Warum sind sie so wertvoll, wenn es so viele Bear-Bögen gibt?
Würde es nicht eher so sein, dass andere Bögen, die seltener sind, mehr wert sind?

Erinnern wir uns daran, dass wir hier über "Bowhunter" reden und nicht über "sammelnde Bowhunter"!!!
Bear-Bögen waren über 50 Jahre die am besten vermarkteten Bögen in der Welt.

Überall waren Anzeigen für Bear-Produkte zu finden.
Und als Ergebnis wuchsen viele Amerikaner mit Bear-Bögen in ihren Händen auf.

Die vor-Grayling-Ära
Freds erster Bogenbauer in 1938, war ein bemerkenswerter Mann namens Nels Grumley.

Nels war ein phantastischer Handwerker und seine Fertigkeiten zeigen sich in jedem seiner Bögen.

Sein Stolz auf seine Kunstfertigkeit zeigt sich darin, dass jeder Bogen, den Nels machte, mit seinem Namen entweder gedruckt

oder unterschrieben wurde, zusammen mit den Worten "Bear Products by Grumley" oder "Bear Archery by Grummley".

Als Nels im Jahr 1938 begann, Bögen für Fred zu bauen, verwendete er eine Art von Brandeisen, um seine Zeichen-

"Bear Products by Grumley" ins Holz zu stempeln .
In den frühen 1940er Jahren zerbrach der Stempel. Statt einen neuen zu kaufen, schrieb Nels einfach seinen Namen auf die Bögen.
Danach trugen die Bögen die handschriftliche Kennzeichnung von ihrem Bogenbauer.
Hinweis: Erinnern Sie sich daran, dass die Company unter "Bear Products" bis 1940 bekannt war, so dass die "Bear Products by Grumley" Bögen offensichtlich hergestellt wurden, bevor jene mit "Bear Archery by Grumley" markierten Bögen hergestellt wurden.
Nels verließ Bear im Jahr 1948, als Fred den Entschluss traf, die Massenproduktion von Bögen in der neuen Fabrik

in Grayling zu beginnen.
Nels meinte, dass Bögen von Hand und nicht maschinell gemacht werden sollten.

Also ging Nels, obwohl Fred versuchte, ihn mit einigen guten finanziellen Angeboten davon zu überzeugen zu bleiben.

Doch er wollte eigene Bögen bauen.
Jedoch dauerte sein privates Unterfangen in der Bogenherstellung nur zwei Jahre, bis er einen Job bei einem Gerätehersteller

als ein Modellhersteller annahm.
Diese "Grumley by Grumley" Bögen sind mit einer einfachen gestanzten Unterschrift "Grumley" entweder auf dem Wurfarm

oder auf dem Riser markiert und sind sehr rah und ausgezeichnete Sammlerstücke.
Nicht alle in diesen frühen Jahren gefertigten Bear-Bögen wurden von Nels gebaut.
Es gab Dutzende anderes Bogenbauer, die Bear-Holzbögen machten, hauptsächlich die einfacheren Bögen

aus Lemonwood wie der "Ranger".
Diese Bögen waren einfach mit "Bear Archery" handschriftlich gekennzeichnet.
Wie auch immer, in 1948 began Bear den kleinen "Running Bear"-Aufkleber für seine Bögen zu nutzen statt der

handschriftlichen Markierung.

Die Grumley-Bögen
Nels stellte 4 Sorten her:
- Field (gerade Wurfarme)
- Hunter (gedämpfte Wurfarme aber ohne Brush Nocks)
- Bush Bow (mit Brush Nocks eingeschnitten in den Enden der Wurfarme und 1-2" lang)
- Deerslayer (mit Brush Nocks 3-4" lang)
Diese Bögen waren in erster Linie in einem One-Piece-Design verfügbar, aber einige wurden zweiteilig gebaut.

Die späteren "Grumleys" können auch auf laminierten Hölzern wie auch Selfmade-Modelle gefunden werden.

Außerdem finden Sie "Grumleys" auf Sehne, Rohleder und verschiedenen Arten des Holzes.
Ein Merkmal von Grumley Bögen ist der trapezförmige Wurfarmquerschnitt.
Erinnern Sie sich daran, dass Bear auch Sonderaufträge für Bögen während dieser Zeit annahm.
Die oben genannten Modelle waren nur die "Lager" Modelle.

Viele Grumley-Einzelstücke existieren in Sammlungen, welche die Kundenwünsche von damals dokumentieren.
Aber welche Ausführung die Bögen auch immer hatten, die Qualität der Kunstfertigkeit ist einfach unvergleichlich!
Es gibt eigentlich nur einen Bogenbauer, der in dieselbe Klasse wie Grumley paßt - James D. Easton aus Kalifornien.

Die Grayling Ära
Im Jahr 1947 beginnend, zog Bear Archery in ein neues Werk in Grayling/Michigan.

Die Zahlen der Bogenverkäufe begannen plötzlich zu steigen, da neue Bogenschützen und Bowhunter den Sport in Rekordzahlen als Ergebnis der Werbung von Fred für sich entdeckten.
Fred merkte, dass er nicht der Anforderung entsprechen konnte, die von diesen neuen Rekruten ausging, wenn er so

weitermachen würde, wie in den letzten 15 Jahren.

Also kam er auf eine neue Methode - die Massenproduktion.

Aber Nels Grumley akzeptierte nicht, dass Qualitätsbögen anders als von Hand hergestellt werden konnten.

Er verließ die Company .
Nach Nels Austritt, stellte Fred einen anderen Angestellten namens Bob Meeker ein, um die Herstellung der neuen

Bogenproduktion zu beaufsichtigen.

Obwohl Bögen damals im Wesentlichen das Ergebnis der Maschinenarbeit waren, wurde Bob als ein guter Bogenbauer angesehen.

Die Aluminium-Lamiant-Bögen
Das erstes neue Modell, das im Jahr 1949 nach Nels' Austritt eingeführt wurde, war der Grizzly.

Der Polar und Kodiak wurde im Jahr 1950 eingeführt.
Diese Bögen von 1949, 1950 und dem frühen 1951 können an den Laminaten aus Aluminium in den Wurfarmen erkannt werden.

Dieses Aluminium stammte von verschrotteten B -17 Bombern von WWII , dessen Kauf von der Regierung von Glen St. Charles arrangiert wurde.

Das Aluminiumlaminat auf dem Kodiak und Grizzly ist nur in der von Schichten von Ahorn und Glas umgebenen

Innenschichtung vorhanden. Jedoch ist das Aluminium bei Polar sowohl unter einer Schicht von Ahorn und Glas als auch auf der Außenschichtung vorhanden.
In 1949 und 1950 verwendete Bear ein bidirektionales Glas auf ihren Bögen.

Dann begann Bear im Jahr 1951, ein neues einseitig gerichtetes Glas zu verwenden, worin die Glasfasern alle der Länge nach

zu den Wurfarmen liefen.

Dies ist eine gute Methode, den Unterschied zwischen den 1949/50 und der 1951 zu erkennen.

1951 begann auch die Produktion mit der Aluminiumbeschichtung beim Grizzly, aber sehr früh im Jahr 1951 wurde das Aluminium aufgrund der großen Bruchprobleme dieser Aluminiumbögen fallen gelassen.
Der Kodiak wurde im Jahr 1950 mit dem bidirektionalen Glas und der Aluminiumbeschichtung eingeführt.

Dann im frühen 1951 wurde wie beim Grizzly das neue einseitig gerichtete Glas eingeführt, aber die Aluminiumschichtung

war immer noch anwesend.

Diese Glasänderung trat anscheinend um Seriennummer 5000 herum auf.

Dann in Mitte 1951 wurde die Aluminiumbeschichtung fallen gelassen.

So finden sich für 1951 Kodiaks mit Aluminium und bidirektionalem Glas, Aluminium mit einseitig gerichtetem Glas

und ohne Aluminium mit einseitig gerichtetem Glas.


Dieses laminierte Aluminium verursachte zwei Probleme.

Erstens hatten die Bögen ziemlich viel Handschock. Dies trug zweitens zu einer großen Anzahl von Bögen mit Delaminierungen bei. Dieses Garantieproblem verursachte eine erhebliche Belastung der Finanzen, aber Fred bestand darauf, dass alle Bögen ersetzt

werden, wenn sie gebrochen waren.

Ein anderer beliebter Bogen für Sammler von Grayling Bögen ist der Kodiak II von 1954.

Bekannt auch als der Compass Kodiak wegen des in dem Riser eingebetteten kleinen, runden Kompasses, war dieser Bogen eine andere gute Idee, welche die Company fast untergehen ließ.

Der Kompass erforderte es, einen bedeutsamen Teil Holz aus dem Riser zu entfernen, um eingelegt zu werden.

Das Ergebnis war ein Bruch bei vielen Bögen.

Wieder bestand Fred darauf, das reklamierte Bögen durch einen anderen Bogen ersetzt wurden.


Die Kodiak II von 1954 wurden mit Hilfe von zwei verschiedenen Hölzern für den Riser aus Ahorn und Walnuss gemacht.

Wenn der Riser eines K IIs sehr dunkel ist, dann ist es ein Walnussmodell.

Wenn der Riser eines K II ein helles Holz ist, dann ist es ein Ahornmodell.

Die Walnussbögen wurden nur die ersten 2-3 Monate von 1954 hergestellt, bevor sie Mitte des Jahres durch Ahorn ersetzt wurden.
Es gab auch viele verschiedene Längen, die in jeder der verschiedenen Arten von Holz verfügbar waren.

Aber alle K II sind sehr gut sammelbar und gesucht.

Schieße niemals einen Compass Kodiak!

Die strukturelle Härte dieses Modells war der Hauptgrund seines Mißerfolges und die Bögen, die erhalten blieben,

sind viele Jahre später zu wertvollen als Sammlerstücken geworden - zu schade, um einen Bruch zu riskieren.

Die bekanntesten Bear-Bögen und ihre Produktionsjahre:
Wood Handle Take-Down 1969-1972
Wood C-Riser Victor Custom 1973-1975
Magnesium Handle Take-Down A-B-C 1971-1978
Kodiak Static Recurve 1950-1953
Kodiak Recurve 1954-1966
Super Kodiak 1967-1976
Grizzly Static Recurve 1949-1957
Grizzly Recurve 1958-1978
Super Magnum 48 1966-1976
Kodiak Magnum 52" 1961-1977
Kodiak Hunter 58" and 60" 1967-1977
Tamerlane 1962-1968
Tamerlane HC-30 1965-1967
Tamerlane HC-300 1968-1972
Kodiak Special 1955-1967
Temujin 1968-1970
Tarter 1968-1972
Victor Patriot 1973-1977
Victor 1972
Polar (recurve) 1957-1970
Alaskan (leather grip semi-recurve) 1959-1961
Alaskan (recurve) 1966-1970
Tigercat 1964-1978
Bearcat 1964-1971
Black Bear 1972-1978
Little Bear 1965-1978

Die wichtigsten Ereignisse
1902 - Fredrick Bernard Bear wird in Pennsylvania geboren
1927 - Fred trifft den berühmten Bowhunter Art Young in Detroit sie werden Freunde
1933 - Bear Products Company eröffnet in Detroit die Herstellung von Bogensportartikel als Zusatzgeschäft
1937 - Fred Bear lässt ersten Bogenhandschuh patentieren
1937 - Bear holt Nels Grumley für die Herstellung von Bögen unter "Bear Products by Grumley"
1940 - Bear Products wird in 2 Gesellschaften aufgeteilt, Fred leitet das Bogengeschäft und wird zur Bear Archery Company
1941 - Nels Grumley zerstört den "Bear Products by Grumley" Stempel schreibt auf alle seine Bögen "Bear Archery by Grumley".
1942 - Bear produziert den ersten Jagdfilm
1943 - Bear experimentiert mit Take-Down-Bögen
1946 - Bear lässt seiner ersten Bogenköcher patentieren
1947 - Bear eröffnet ein neues Werk in Grayling, Michigan und verlagert alle Aktivitäten dort hin
1948 - Bear Archery produziert Fernseh- und Aufzeichnungskabinette für Admiral Corp.
1948 - Nels Grumley verläßt Bear im Streit über die Massenfertigung von Bögen
1949 - Bear started die Massenfertigung in Grayling für den Polar, Kodiak und Grizzly mit Aluminiumeinlage aus alten Bombern
1950 - Letztes Jahr für den Einsatz von Aluminium
1953 - Bear lässt sich die aktiven Recurve-Wurfarme patentieren. Dieses Patent ist auf allen Bögen aufgedruckt.
1954 - Der erste Recurve dieser Innovation ist der Kodiak II, Compass Kodiak
1956 - Bear bringt den Bear Razorhead broadhead auf den Markt
1958 - Fred and Glenn St. Charles machen ihre erste Reise nach Little Delta, Alaska
1959 - Erstes Jahr des Einsatzes einer Medaillie am Risers
1967 - Fred Bear-Museum öffnet in Grayling, Michigan
1968 - Fred verkauft Bear Archery Company an Victor Comptometer
1970 - Bear bringt den Bear Take-Down auf den Markt
1972 - Letztes Jahr für den Bear Take-Down
1977 - Kidde Corp. übernimmt von Victor Comptometer
1978 - Ein Streik beendet die Produktion im Grayling-Werk und alle Aktivitäten werden nach Gainesville, Florida verlegt
1981 - Bear eröffnet Werk in Florida zur Produktion Glasfiber-Federungen für Autos
1988 - Fred Bear stirbt im Alter von 86 Jahren


Bear Archery Standorte
1933 - 193? - Tireman Avenue, Detroit, Michigan
193? - 1940 - 4700 Burlingame Avenue, Detroit, Michigan
1940 - 1947 - 2611 W. Philadelphia, Detroit, Michigan
1947 - 1978 - Grayling, Michigan
1978 - 2003 - Gainesville, Florida
2003 - heute - Übernahme durch Escalade aus Evansville/Indiana. Die Produktion bleibt in Gainsville.

                    Das Fred-Bear- Museum wurde 2003 geschlossen und die Sammlung ging an die Sportkette "Bass Pro Shop", welche

                    Teile in ihren Läden ausstellt und eine Wanderausstellung unterhält.

Dieser kurze Exkurs in die Geschichte Fred Bears basiert auf Daten von US-Sammlern und ist ohne

Garantie für die Richtigkeit zu betrachten.