Schon mal gesehen, dass der Pfeil im Flug schlingert wie ein Fisch im Wasser

und einfach kein gutes Trefferbild zusammen kommt?
Eigentlich passen alle Parameter was Pfeil, Bogen, Auszug usw. angeht gut
zusammen. Oft heisst es dann - “der Pfeil taugt nichts”...
Aber die Ursache steckt oft ganz woanders - in einer zu stramm klemmenden Nocke.

Die Nocke überträgt die Bewegung der Sehne an den Pfeil.
Im Idealfall - wie bei einem Compound mit mechanischem Release - schwingt
die Sehne schnurgerade aus und überträgt eine gerade nach vorne gerichtete
Bewegung und sonst nichts.
Beim Fingerrelease sieht die Sache oft ganz anders aus.
Die Sehne “rollt” beim ablassen immer etwas über die Fingerspitzen
und bekommt dadurch eine mehr oder weniger ausgeprägte Schwingung
zur Seite mit auf den Weg.
Bei guten Schützen geht dieser Effekt gegen null - bei vielen anderen
wirkt er sich aber sehr stark auf den Pfeilflug aus.
Zumindest dann, wenn die Nocke stramm klemmt.

Was also tun, wenn man nicht lange trainieren will, sauber auszulösen?
Die Sehne dünner machen? Falsch - die bleibt so, wie es der Bogen braucht.
Ganz einfach - die Nocke aufweiten!
Damit ist kein materialschwächendes Schleifen gemeint, sondern das
Erhitzen auf ca. 100-150̊C mit dem Heissluftgebläse.
Man erwärmt die Nocke vorsichtig, bis sie leicht plastisch wird und
steckt sie auf die Sehne.
Einen Moment warten und man hat einen perfekten Sitz auf der Sehne.
Zu weite Nocken drückt man einfach nach dem Erwärmen etwas zusammen
und steckt sie ebenfalls auf die Sehne.
Der Sitz ist dann optimal, wenn ihr den Bogen waagerecht haltet, den Pfeil
nach unten hängend eingenockt und ganz leicht auf die Sehne schlagt.
Wenn er dann sofort abfällt, ist alles gut.

Aber Vorsicht - wer einen Untergriff oder ein Release schiesst, sollte den
Pfeil etwas fester klemmen, um keinen Trockenschuss zu riskieren.

Wie gesagt, das ist EINE mögliche Ursache für einen schlechten
Pfeilflug - es gibt noch viele weitere - aber sie ist nicht zu unterschätzen.