Tatsächliches Zuggewicht

Bei Traditionellen Bögen wird das Zuggewicht immer in
englischen Pfund (ca. 0,45kg) angegeben oder kurz “lb” bzw plural “lbs”
(lat. libra) - man spricht es übrigens nicht “libs” aus.
Im amerikanischen Sprachgebrauch steht ein Hash/Raute
immer hinter der Pfundangabe als Maßeinheit z.B. 35#.


Als zweiten Angabe für das Zuggewicht eines Bogens ist die
Auszugslänge angegeben, bei der das Zuggewicht gemessen wurde.
In der Regel sind das 28" (Inch/Zoll= 2,54cm).

Es kann aber auch Abweichungen speziell bei Kinderbögengeben (Bear Cub z.B. bei 24").
Der Einfachheit halber bezieht sich die Auszugslänge auf den Abstand
Sehne - Bogenvorderkante.
Wer es komplizierter erklärt haben möchte, liesst sich die
amerikanische Bogenbaunorm AMO durch.
Laut dieser Norm dürfen Bögen das angegebene Zuggewicht
mit max. 2 Pfund unterschreiten oder 3 Pfund überschreiten, um
noch in der Toleranz zu sein.

Was jedoch insbesondere für die Wahl des richtigen Spine (Steifigkeit)
des Pfeiles wichtig ist - welches Zuggewicht hat mein Bogen
tatsächlich bei abweichender Auszugslänge?
Am besten ist das Auswiegen des Zuggewichtes bei Vollauszug
mit einer Bogenwaage. Die gängigen einfachen Modelle können dabei
durchaus 1-2 Pfund Toleranz haben, was aber gerade beim
Traditionellen Bogenschiessen belanglos ist.
Ganz grob kann man sagen, dass 1 Zoll Abweichung von der angegebenen
Auszugslänge beim Zuggewicht +/- 5% Abweichung ausmacht.
Man muss dabei allerdings beachten, dass der Kurvenverlauf des Zuggwichtes
in Abhängigkeit zum Auszug nicht linear ist und je nach Bogentyp
und Länge nur über +/- 2-4 Zoll halbwegs passt.
Aber für ein erstes grobes Einschätzen ist diese Faustformel hilfreich.

Ein Tipp für Compoundschützen, die sich zu ersten mal einen
Recurve/Langbogen kaufen - min. 10 Pfund unter dem Zuggwicht
eines Compound nehmen, welches Ihr gut und oft genug ziehen könnt.
Warum das? Weil Ihr keine Zugentlastung habt und im Vollauszug
schnell das große Zittern beginnt - ganz besonders bei der Jagd nach
2 Stunden in der Kälte mit klammen Fingern und steifen Knochen.
Wer dann nicht voll unter Adrenalin steht und die Schmerzen ignoriert,
wird wohl kaum treffen...

 

Und noch ein Tipp für traditionelle Schützen, die sich zum ersten mal
einen Compoundbogen kaufen.
Angegeben ist immer das maximale Zugewicht des Bogens.
Bei den meisten Bear-Compounds lässt es sich um min. 10 Pfund
reduzieren durch gleichmässiges Herausschrauben der Inbusschrauben
an den Wurfarmausnahmen. Die max. zulässigen Umdrehungen sind
dabei zu beachten!
Tatsächlich ist das Zuggewicht aber auch hier gerade bei den einfacheren
Modellen von der Auszugslänge abhängig.
Und noch etwas für die harten Kerle: bei 70# stecken die Pfeile wie reingenagelt...